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Fünf Elemente Lehre

Fünf Wandlungsphasen

Allegorische Darstellung des Nährungs-Zyklus, Holz nährt Feuer

Das heute praktizierte Shiatsu hat sich aus einer jahrhunderte langen Entwicklung japanischer Heilkunst kommend in Auseinandersetzung mit der westlichen Medizin geformt. Es finden sich in der Vorstellung und Wahrnehmung des modernen Shiatsu weiterhin traditionelle Konzepte wie „Ki“, „Yin und Yang“ oder die „Fünf Wandlungsphasen“. Im japanischen gesundheitssystem wendet Shiatsu moderne Methoden aus Physikalischer Therapie und Psychotherapie an, verliert jedoch nicht seine Wurzeln aus den Augen.

Allegorische Darstellung des Nährungs-Zyklus, Wasser nährt Holz

Die Fünf Wandlungsphasen auch als Fünf-Elemente-Lehre bekannt ist eine philosophische und naturgesetzliche Weltanschauung. Die Entstehungszeit ist etwa um 300 v. Chr. Den Wandlungsphasen sind bestimmte Naturphänomene zugeordnet, wie zum Beispiel Frühling (Holz), Sommer (Feuer), Spätsommer (Erde), Herbst (Metall) und Winter (Wasser), die sich gegenseitig hervorbringen und beeinflussen, dynamische Prozesse des Werden, Wandeln und Vergehen.

Die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sind natürliche Elemente, die in diesem System mit ihren jeweiligen charakteristischen und abstrakten Eigenschaften repräsentiert werden. Sie stehen wechselwirkender Beziehung zueinander und werden kreisläufige, in Pentagramform angeordnet, dargestellt.,

Im Shiatsu wird das System der Wandlungsphasen zur Qualifizierung der energetischen Zustände der Meridiane angewendet und dient zur Erklärung von Mangelzuständen und Disharmonien. Zum Beispiel kann eine Wandlungsphase, bei der ein Mangel vorliegt, durch das Stärken der vorangehenden Wandlungsphase behandelt werden.

Allegorische Darstellung des Kontroll-Zyklus, Feuer kontrolliert Metall

Yin und Yang sind Polaritäten die ihren Ursprung im asiatischen Denken haben. Sie stellen in der östlichen Philosophie ein wesentliches Modell von Wahrnehmung dar. Die Begriffe beschreiben gegensätzliche Phänomene in wechselwirkenden Verhältnissen, sich einander bedingend, In diesen prozesshaften Beziehungen kann, so die Vorstellung, überhaupt erst Welt erkannt werden.

Die Begriffe stehen in dynamischer Verknüpfung zueinander, wie beispielsweise Auf und Ab, Licht und Schatten, Leer und Voll. Alles in der Welt ist dem Schicksal von fliessenden Werden, Wandel und Vergehen unterworfen.

Yin und Yang findet sich in der Vorstellung der Energiezustände von Meridianen wieder, die im kreisläufigen System untereinander verbunden sind. Ki, die Lebensenergie, fliesst nach dieser traditionellen Theorie innerhalb von 24 Stunden einmal durch alle Meridiane.

Metall: Lungen-Meridian (Yin), Dickdarm-Meridian (Yang)
Erde: Magen-Meridian (Yang), Milz-Meridian (Yin)
Herz-Meridian (Yin), Dünndarm_Meridian (Yang)
Wasser: Blasen-Meridian (Yang), Nieren-Meridian (Yin)
Feuer: Perikard-Meridian (Yin), Dreifacher Erwärmer-Meridian (Yang)
Holz: Gallenblasen-Meridian (Yang), Leber-Meridian (Yin)

Allegorische Darstellung des Nährungs-Zyklus. Erde nährt Metall
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Dickdarm-Meridian: Di1, Di4, Di19, Di20

Loslassen und Neues schaffen, Trennung und Trauer, Abgeben und Hergeben sind zentrale Themen des Yang-Meridian, der gemeinsam mit dem Lungen-Meridian (Yin) in der TCM und im Shiatsu dem Element Metall zugeordnet wird. Im daumenseitigen Nageleck des Zeigefingers beginnend verläuft die Leitbahn über Di4 auf der äußeren Seite des Arms, über die Ellbogenfalte (bei gebeugtem Arm) über das Schultergelenk, den Musculus Sternokleidomastoideus überquerend bis zum Endpunkt Tsubo Di20.

Ein besonderer Punkt ist Di4, im Winkel zwischen Daumen und Zeigefinger zu finden. Er ist gut zu ertasten, denn der Punkt ist drucksensibel und wie es der TCM Literatur zu entnehmen ist, einer der wichtigsten therapeutischen Punkte. In Verbindung mit anderen Tsubos wird Di4 in der TCM bei vielen Erkrankungen wie Gelenkschmerzen, Schnupfen oder Migräne behandelt.

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Lungen – Leitbahn des Hand – Taiyin

Entspringt in der Magenregion, verläuft abwärts, verbindet sich mit dem Dickdarm, geht wieder nach oben durch den Magen, durchs Zwerchfell, dringt in die Lunge ein, zum Hals, kommt bei Lunge 1 Zhongfu (1.ICR) an die Oberfläche und verläuft anterior – radial zum radialen Daumennagelfalzwinkel (= Lu 11).
Organe / Gewebe, die mit dem Lungen-Meridian verbunden sind: Magen, Dickdarm, Zwerchfell, Lunge und Kehle.

(Zitat: Unikurs in Zürich; Basis Modul Allgemeine Grundlagen
Leitbahnen, Dr. med. Guido Rampa, Zug https://sacam.ch/fileadmin/user_upload/dokumente/pdf/Skripte_Grundlagen_HS_2019/10_Leitbahnen_2019.pdf, Seite 8, Stand 11.06.2020)

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Dickdarm – Leitbahn der Hand – Yangming

Beginnt am radialen Zeigefingernagelfalz, verläuft radial am Unterarm zum Ellbogen, zum Schul-tergelenk, zur Fossa supraclavicularis. Hier steigt ein innerer Ast ab, verbindet sich mit der Lunge, geht durchs Zwerchfell in den Dickdarm.
Der oberflächliche Ast läuft weiter zum Hals, passiert die Wange, umläuft die Oberlippe, passiert die Mittellinie und endet bei Di 20 in der Nasolabialfalte, wo er sich mit der Magenleitbahn verbindet.
Organe / Gewebe, die mit der Di-Leitbahn verbunden sind: Lu, Di, Hals, Wange, Zahnfleisch und untere Zähne, Oberlippe und Nase

(Zitat: Unikurs in Zürich; Basis Modul Allgemeine Grundlagen
Leitbahnen, Dr. med. Guido Rampa, Zug https://sacam.ch/fileadmin/user_upload/dokumente/pdf/Skripte_Grundlagen_HS_2019/10_Leitbahnen_2019.pdf, Seite 9, Stand 11.06.2020)